Einlass: 20:00 Uhr
Vernissage: 20:30 Uhr Konzert: 21:00 Uhr Eintritt frei! Der Saxophonist Till Martin, bereits bestens bekannt u. a. durch seine Zusammenarbeit mit der Al Porcino Big Band, diversen Projekten von Geoff Goodman oder Jerker Kluge's Deep Jazz, präsentiert mit seinem eigenen Quartett eine Band der Extraklasse mit packenden Kompositionen der nicht ganz so leicht einzuordnenden Art im Gepäck. Filigran verzahnte Miniaturen, kollektive Improvisation, kriminalistische Dramaturgie, Kammermusik und Elemente des Jazzrock mischen sich in seiner Musik zu einer organischen und unkonventionellen Sprache. Die klingt so zurückhaltend wie forsch, beweist Geschmack und Sinn der durch Cello und Rhodes erweiterten Instrumentierung, und wird immer wieder von einer sentimentalen Note durchzogen. Das Repertoire der Band besteht aus Eigenkompositionen, die, befeuert von einer stilistisch ungebundenen Spielhaltung und dem sprühenden Ideenreichtum eines jeden Einzelnen, einen überraschenden und dennoch sehr differenzierten Ausdruck transportieren. Das Resultat ist eine Musik, die atmet – frisch und poetisch zugleich. Das Till Martin Quartett wurde mit dem Deutschen Jazzpreis in Silber und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr Eintritt frei! Random/Control vereint juvenile Energie und entschlossenen Gestaltungswillen, Spielwitz und stilistisch weiten Horizont. Markenzeichen des Trios ist unter anderem der rasante Wechsel zwischen unterschiedlichen Instrumenten, der auf der Bühne für enormen Spaß sorgt. So zeigt Random/Control schon formal ein unkonventionelles Profil. Analog zum bewusst gewählten Bandnamen geht es Helbock, Bär und Broger um die Spannung zwischen ausgeklügeltem Konzept und impulsiver Spielfreude. David Helbock selbst beschreibt das so: “Unser Trio-Name beschreibt unsere Musik sehr gut. Meine Kompositionen sind oft sehr komplex und stark durcharrangiert, bieten aber immer wieder Platz für freie Improvisationen und genau dieses Wechselspiel von absoluter Kontrolle und absoluter Freiheit ist das, was wir am liebsten machen. Freiheit bedeutet natürlich nicht immer Zufall (Random) – ich spiele aber auch gerne mit Kompositionstechniken, bei denen der Zufall Überhand nimmt und so unser Name auch ohne Schrägstrich als „zufällige Kontrolle“ gelesen werden kann.” Mit diesem Konzept bringen es die drei Multiinstrumentalisten nicht nur zur absolut hörenswerten eigenen Entfaltung, sondern auch zu begeisterten Kritiken quer durch Fach- und Tagespresse. Darüberhinaus hagelt es Preise ohne Ende. Erst vor kurzem wurde Helbock der "Outstanding Artist Award 2011" des Bundesministeriums Österreich zu Teil, nachdem er neben vielen weiteren Auszeichnungen z. B. schon zweimal den Sieg beim weltgrößten Jazz-Piano-Solo-Wettbewerb in Montreaux samt Publikumspreis einheimsen konnte.
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr Eintritt frei! Jazz aus Skandinavien ist schon längst kein Geheimtipp mehr – genausowenig, wie die schwedische Posaunistin Karin Hammar. Neben Tourneen und CD-Veröffentlichungen mit Stars wie Kenny Werner, Tim Hagans, Steve Swallow, Gary Burton und Maria Schneider war es vor allem ihr schwedischer Landsmann und Instrumenten-Kollege Nils Landgren, der die Stockholmerin immer wieder ins Rampenlicht rückte – sei es bei einem von ihm zusammengestellten Jazz-Ensemble, in dem ausschließlich Frauen den Ton angaben (u.a. Anke Helfrich, Eva Kruse und Sandra Hempel), wie auch bei seinen eigenen Projekten. Auch in punkto Bigbanderfahrung braucht sich Karin Hammar nicht verstecken: Sie arbeitete bereits für die WDR-Bigband, die EBU-Bigband und das Jazz Baltica Orchester. Nach vier Veröffentlichungen, die sie zusammen mit ihrer ebenfalls Posaune spielenden Schwester Mimmi als “Sliding Hammars” einspielte (und dabei besonders in Japan live auf viel Resonanz stieß), wagt sie sich nun mit eigenen Kompositionen und einem 2007 zusammengestellten Quartet, an die Öffentlichkeit. “Everyday Magic”, so der Titel des auf Skip Records erschienen Albums, macht deutlich, weshalb Karin Hammar von der Swedish Society of Popular Music Composers mit einem Stipendium ausgezeichnet wurde – die Stücke nehmen von der ersten Sekunde an gefangen, sind geschmeidig und muten fast filmisch an. Basierend darauf präsentiert die Posaunistin in der Künstlerwerkstatt gemeinsam mit Marc van Roon am Piano, Tony Overwater am Kontrabass und Andres Kjellberg am Schlagzeug skandinavischen Jazz der Spitzenklasse.
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr Eintritt frei! Herman „Sonny“ Blount ist den meisten wohl besser bekannt unter dem Namen Sun Ra. Irgendwann aus dem All auf die Erde gelangt (Herkunftsort: Saturn), schuf er mit seinem Arkestra einzigartige, intergalaktische Werke. Diesen widmet sich die achtköpfige Band Heliocentric Counterblast (Herkunftsort: Berlin). Sie fand vor anderthalb Jahren zusammen und hat inzwischen ihren eigenen Cosmic-Jazz-Sound entwickelt: kraftvoll, erhaben und astrogalaktisch, wie die Band in der Schmugglerkneipe auf Tatooine. Wie formulierte es Sun Ra schon sehr zutreffend? "Wir müssen eine Musik machen, die schädlichen Schwingungen von anderen Planeten widersteht." So sei es auch in der Künstlerwerkstatt. „Entdeckung des Jahres 2010“ (Franziska Buhre, Jazzthetik)
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr Eintritt frei! "Ein Klangkunstwerk mit Tiefe und Ausstrahlung." "Jazz+ Haiku" ist als Experiment zu verstehen, weil die Musik keine letztlich schlüssigen Antworten darauf gibt, geben kann, wie haiku zu rezipieren ist. Haiku ist hier nicht Alibi für Pseudoanspruch, sondern wird behutsam und hier im wahren Wortsinn instrumentalisiert als Inspiration zur Improvisation oder als Element von bzw. für Goodman-Kompositionen. Die Textebene der Haikus ist jeweils das Zentrum der Lieder zwischen Kammermusik ("Such a Moon") und Jazz ("The Loves of a Cat"), immer eher sanften, vorsichtig Dialogchancen sondierenden Ensembleklängen und eher der meditativen Ruhe verpflichtet. Swing funktioniert hier nicht westlich, sondern östlich: Die Musik wird erst, sagen wir, "existenzfähig" im Zusammenspiel mit den Stimmen, Fjoralba Turkus Gesang und Kiyomis Zitaten. Was hier "swingt", ist keine äußerliche Bewegung, sondern die Bewegung, die aus der Ruhe kommt. Geoff Goodman hat sich mit haiku beschäftigt, eine Lyrikform mit Startbildern für Assoziationsketten - Gedanken, in denen es meist um das Wechselspiel der Jahreszeiten oder überhaupt die Zeit geht, um Wiederkehr, um Dauer, um das Ewige oder auch das Wiederkehrende, das sich im subjektiven Erleben des Moments manifestiert. Bashos weltberühmter "Frosch"-haiku ist dafür exemplarisch: furu ike ya/kawazu tobikomu/mizu no oto – "Der alte Teich/Ein Frosch springt hinein/Das Geräusch [Aufspritzen] des Wassers." Eine bessere Analogie zur Goodmanschen Musik gibt es kaum. Stücke wie "Cicada", musikalisch wie von der poetischen Dramaturgie her beispielhaft, machen "Jazz + Haiku" zu einem der erfreulichsten und nachhaltigsten Alben, die Geoff Goodman bisher gemacht hat.“ (Jazz Podium/Alexander Schmitz 03.2011)
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